Erstes deutsches SbE-Team für die Tiermedizin

Die Arbeit im tiermedizinischen Bereich ist mit einem erheblichen und steigendem Stress-Potential behaftet, da die Anforderungen innerhalb dieses Berufsfeldes in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Zu nennen sind hier die zunehmende Diversität der Kommunikationswege, Dokumentationspflichten, exponentiell steigender Fortbildungsbedarf aufgrund steigender Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten, Umgang mit Soziale Medien als auch psychische und physische Bedrohung durch Tierhalter. Auch moralische Verletzungen (moral injury), der Umgang mit Euthanasie und die hohe Frequenz an sekundärer Traumatisierung bringt tiermedizinisches Fachpersonal in eine exponierte Position in Bezug auf Burnout und Suizid, was abgesehen von dem Leid der Betroffenen auch mit erheblichen wirtschaftlichen Kosten verbunden ist. Aus genannten Gründen muss es das Ziel sein, die psychosoziale Versorgung von tierärztlichem Personal im Sinne einer Prävention zu unterstützen und entsprechende Hilfsangebote für die betroffenen Berufsgruppen zu etablieren.

Die Bundesvereinigung zur Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE)www.sbe-ev.de ist seit 1996 die Fachgesellschaft für psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) und die erste und größte Einsatznachsorge-Organisation im deutschsprachigen Bereich. Seit knapp 30 Jahren bildet sie PSNV-E-Teams aus (Feuerwehr, THW, DRK, Bundespolizei etc.) und ist mit inzwischen 220 Teams die Plattform für Vernetzung, Ausbildung, wissenschaftliche Begleitung und politische Vertretung. Die SbE arbeitet im peritraumatischen Bereich als Krisenintervention, nicht als Therapie und setzt sich im Rahmen der Konsensus-Konferenz des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe dafür ein, dass deutsche Mindeststandarts auf Bundesebene verbindlich werden.

In Schleswig-Holstein und Hamburg wurde das erste SbE-Team für den Einsatz in der Tiermedizin im Rahmen eines Forschungsprojektes der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) geschult. Das dreizehnköpfige Team setzt sich aus MitarbeiterInnen der Tiermedizin (Peer-Prinzip) und psychosozialen Fachkräften zusammen. Das SbE-Team Tiermedizin kann von TierärztInnen in Schleswig-Holstein und Hamburg zur Unterstützung vor Ort ab dem 01. April 2026 für Kriseninterventionen nach belastenden Ereignissen angefordert werden. Da die SbE deutschlandweit etabliert ist, kann dieses Projekt anderen Bundesländern als Vorlage für die Organisation weiterer SbE-Gruppen dienen. 

Sie möchten eine Kontaktaufnahme mit dem SbE-Team? Melden Sie sich gerne unter:
+49 40 60 77 17 070

 

Kontakt für Anfragen:

Dr. Doris Timmann
post@doristimmann.de
Dr. Susanne Elsner
Dr.Elsner@tieraerztekammer-hamburg.de