Tierärztekammer
Hamburg

Tierinfo

Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Wenn das Tier verloren ist

Allgemeine Infos

Die amtliche Fundstelle für verlorene, entlaufene Haustiere in Hamburg ist das
Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V., Süderstraße 399,
20537 Hamburg, Tel. 040-211 10 60, kontakt@hamburger-tierschutzverein.de, Anfahrt.

Die behördlich vorgeschriebene Fundfrist beträgt für Katzen 7 Tage, für Hunde und alle anderen Tiere 5 Tage. In diesem Zeitraum sollten Sie im Tierheim nach Ihrem Tier suchen, sonst wird es ggf. zur Vermittlung freigegeben. Bitte verlassen Sie sich nicht auf telefonische Nachfragen, besonders bei Katzen können aufgrund der großen Zahl der täglich aufgenommenen Tiere am Telefon keine verlässlichen Auskünfte gegeben werden!

Lassen Sie nicht nur Ihren Hund mit einem Microtransponder kennzeichnen (in Hamburg gesetzlich vorgeschrieben) sondern auch Ihre Katze. Der Microchip enthält einen 15-stelligen Zahlencode, der mit einem Scanner abgelesen werden kann und ist die sicherste Methode, das Tier zu identifizieren und den Besitzer ausfindig zu machen, allerdings muss das Tier registriert sein. Melden Sie  Ihr Tier nach der Implantation des Microchips umgehend bei einer der drei Tierregistrierstellen an. Wichtig: Nicht jede Tierarztpraxis übernimmt diese Registrierung automatisch. vergewissern Sie sich dazu bei Ihrer Praxis.

Haustierregistrierstellen:
Findefix - Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes: www.findefix.com/
Tasso e.V.: www.tasso.net
IFTA - Internat. zentrale Tierregistrierung (kostenpfl.): www.tierregistrierung.de

 

Hilfe - mein Hund ist weg

Ratschläge, wenn der Hund entlaufen ist

  • Zusätzlich zum Microchip muss in Hamburg jeder Hund am Halsband oder Geschirr eine Plakette mit Besitzernamen, Adresse  und Telefonnummer tragen, der Tiername ist auch sinnvoll. Mit so einer Plakette kann der Besitzer auf schnellstem Wege informiert werden.
  • Vorsorglich sollten Tierhalter immer ein aktuelles Foto, auf dem man das eigene Tier und seine besonderen Merkmale gut erkennt, besitzen. Damit kann, wenn nötig, ein Suchzettel erstellt werden.
  • Ist der Hund bei einem Spaziergang entwischt, erst einmal ruhig bleiben und in Ruhe überlegen, wohin er gelaufen sein könnte. Ist er in der Nähe seines Zuhauses verschwunden, kann es sein, dass der Hund einfach schon mal vorausgelaufen ist und vor der Haustür wartet.
  • In fremden Gegenden oder in Wald und Flur am besten eine Weile warten, und zwar genau an der Stelle, wo der Hund losgelaufen ist. Manch übereifriger Hund braucht eine Weile, bis er merkt, dass der Rest des Rudels fehlt. Er wird höchstwahrscheinlich zurückkommen. Notfalls ein Stunde oder länger warten oder eine Decke/ ein Kleidungsstück, das man entbehren kann, und einige Leckerli dort platzieren.
  • Ist der Hund nach einigen Stunden immer noch nicht zurückgekehrt, nach Hause fahren und einen Suchzettel vorbereiten.
  • Suchzettel aushängen/verteilen: Darauf gehört neben dem aktuellen Foto die Angabe, wo und wann das Tier verloren ging, besondere Kennzeichen, Telefonnummer des Besitzers (am besten zum Abreißen).
  • Möglichst viele Tierärzte anrufen bzw. anmailen und den Verlust des Hundes mitteilen. Manche Finder wissen nicht, wohin mit dem Tier und geben es beim nächsten Tierarzt ab.
  • Den Hund an Stellen suchen, wo häufig mit ihm „Gassi“ gegangen wird und an Orten, die regelmäßig gemeinsam aufgesucht werden (Kiosk, Bäcker, Eckkneipe); außerdem andere Hundebesitzer nach läufigen Hündinnen in der Nachbarschaft fragen – es kann sein, dass der Ausreißer dort aufgetaucht ist.
  • Ist der Hund im Wald/auf dem Feld entlaufen, unbedingt den Förster oder Jagdpächter benachrichtigen, dass der Hund vermisst wird.


Das versteht sich von selbst:

Freilauf in einem uneingezäunten Gebiet sollte einem Hund nur gewährt werden, wenn er eine Grunderziehung genossen und eine Bindung zu seinem Besitzer aufgebaut hat.

Gerade bei „Neuzugängen“ aus dem Tierheim oder von einem anderen Vorbesitzer oder bei Pflegehunden sollte man vorsichtig sein und den Hund erst mal nicht ableinen. Für den Spaziergang empfiehlt sich eine Schleppleine von mind. zehn Metern. So hat der Hund genügend Bewegungsfreiraum, ist aber stets unter Kontrolle des Besitzers. Gerade bei Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb kann gezieltes Schleppleinen-Training sehr sinnvoll sein.

Ansonsten sollte ein Hund, der sich unangeleint bewegen darf, unbedingt die Grundkommandos für sicheres Herankommen sowie ein Stopp-Kommando wie „Halt“ oder „Platz“ beherrschen, um auch in brenzligen Situationen kontrollierbar zu sein.

 

Hilfe - meine Katze ist weg

Ratschläge, wenn die Katze entlaufen ist

Katzen sind sehr unabhängige Tiere, sie genießen es – dort wo es möglich ist – auch außerhalb der Wohnung auf Streifzug zu gehen. Und längst nicht jeder Freigänger, der ein liebevolles Zuhause hat, begehrt abends wieder Einlass. Besonders Kater bleiben manchmal auch tagelang weg. Lassen Sie daher Ihre Katze chippen, auch reine Wohnungskatzen, denn diese können durch unglückliche Umstände aus der Wohnung entweichen. Auch eine zum Microchip zusätzliche Tätowierung im Ohr ist möglich, allerding werden Tätowierungen später manchmal unleserlich. 

  • Vorsorglich sollten Tierhalter immer ein aktuelles Foto, auf dem man die Katze und ihre besonderen Merkmale gut erkennt, besitzen, denn damit kann ein Suchzettel erstellt werden.
  • Wenn die Katze vermisst wird, erst einmal systematisch die gesamte Wohnung/ das Haus vom Dachboden bis zum Keller absuchen; Katzen verstecken sich gerne in und unter Schränken, in Koffern, großen Kartons etc.
  • Die Nachbarn/Hausmeister befragen und bitten, Keller, Garage oder Schuppen zu durchsuchen, denn verletzte oder verängstigte Katzen verstecken sich dort gerne und/oder werden versehentlich eingeschlossen.
  • Suchzettel aushängen/verteilen: Darauf gehört neben dem aktuellen Foto die Angabe, wo und seit wann das Tier vermisst wird, besondere Kennzeichen, Telefonnummer des Besitzers (am besten zum Abreißen).
  • Gesucht werden sollte die Katze zu verschiedenen Tageszeiten, am besten mit vertrauten „Lockritualen“ (mit der Leckerli-Tüte rascheln, mit dem Futternapf klappern).
  • Auch wenn der Gedanke schlimm ist: Es muss damit gerechnet werden, dass die Katze überfahren wurde. Der Tod auf der Straße, nicht Kidnapping durch obskure Tierfängerbanden, ist leider das Schicksal der meisten verschwundenen Katzen. Die toten Tiere werden dann im Auftrag der Stadt von den Straßen „entsorgt“.


Was noch wichtig ist:

Katzen reagieren besonders sensibel auf Ortswechsel: Nach einem Umzug sollten sie darum erst einmal ein bis zwei Wochen nur im Haus oder in der Wohnung bleiben, um sich dort zu orientieren. Nach und nach können die Tiere ihre weitere Umgebung, also Hausflur, Kellerräume etc. erkunden, erst dann dürfen sie einen ersten Freiluft-Streifzug antreten. Bei Umzügen innerhalb einer Ortschaft sollte eine vermisste Katze immer auch an der alten Adresse gesucht werden, denn manchmal kehren Katzen in ihre gewohnte Umgebung zurück.

Das versteht sich von selbst:
Verantwortungsvolle Katzenhalter lassen ihr Tier natürlich nur ins Freie, wenn es kastriert ist! Neben der Verhinderung unerwünschten Nachwuchses ist dadurch auch der Drang der Tiere, sich auf „Brautschau“ zu begeben oder Revierkämpfe auszufechten, nicht mehr so ausgeprägt. Auch ihr Aktionsradius wird in der Regel kleiner. (kw 2013)
(s.a die PM der BTK April und Mai 2012)