Tierärztekammer
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Tierinfo

Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Tollwut bleibt gefährlich

Aktuelle (nicht vollständige) Liste importierter Tollwuttiere (09.11.13)

SriLanka.jpgIn vielen Urlaubsländern wie der Türkei, Bulgarien, Serbien, Nordafrika, Marokko  oder Thailand ist die anzeigenpflichtige und immer tödliche Tierseuche aber noch immer verbreitet, daher wird dringend davor gewarnt z.B. aus diesen Ländern Hunde und Katzen als Urlaubsmitbringsel mitzubringen. Über weitere Tollwutfälle können Sie hier nachlesen.

Tollwut in Urlaubsländern – eine unterschätzte Gefahr (09.11.13)

Rabid_dog.jpgRegelmäßige Impfungen von Haustieren, kontinuierliche Beobachtung und Kontrolle des Nutz- und Wildtierbestandes sowie Impfköderaktionen für Füchse haben dazu beigetragen, dass Deutschland nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) seit 2008 tollwutfrei ist, zumindest was die klassische Tollwut anbelangt, für die der Fuchs in Europa der wichtigste Überträger ist. Dennoch ist die gefährliche Zoonose – eine von Tieren auf den Menschen übertragbare tödliche Infektionskrankheit – nach wie vor präsent. (Foto Darkone/Wikipedia)

Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich vor allem in Afrika und Asien bis zu 55.000 Menschen an der Tollwut. Und auch in Urlaubsländern wie z.B. nder Türkei, Bulgarien, Serbien, Nordafrika, Marokko oder Thailand ist die Tollwut immer noch ein Risiko, denn sie wird dort vor allem durch die vielen streunende Hunde übertragen. Daher wird dringend empfohlen im Urlaub keine fremde oder streunende Hunde und Katzen zu streicheln. Das gilt besonders für Tiere, die sehr zutraulich sind, auch wenn sie auf den ersten Blick gesund aussehen. Bereits bei einer Hautabschürfung kann das Virus übertragen werden, darum sollten besonders Kinder davon abgehalten werden hilflose oder niedlich aussehende Welpen anzufassen. Aus diesen Urlaubsländern sollten erst recht keine Hunde und Katzen mitgebracht werden, erst im August 2013 wurde im Landkreis Bamberg bei einem aus Marokko eingeführten jungen Hund die Tollwut festgestellt.

Darüber hinaus rät die Bundestierärztekammer (BTK) Individual- oder Rucksackreisenden in afrikanische Länder, Asien oder Südamerika sicherheitshalber zu einer Tollwutschutzimpfung. Auch Personen, die dort aus beruflichen Gründen mit Tieren Umgang haben, sollten sich vorab impfen lassen.

Die Bundestierärztekammer erinnert außerdem daran, Hunde und Katzen regelmäßig gegen Tollwut impfen zu lassen. Im europäischen Reiseverkehr ist diese Impfung bei Hund, Katze und Frettchen Vorschrift und wird über den EU-Heimtierausweis dokumentiert. (Link zu den Reisebestimmungen) Dank neuer Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt gibt es heute Tollwutimpfstoffe, die bis zu drei Jahren Schutz bieten. Auch im Inland ist ein Impfschutz wichtig, weil das Virus jederzeit wieder nach Europa eingeschleppt werden kann und im Falle eines Ansteckungsverdachts muss ein ungeimpftes Tier getötet werden. Ist die anzeigepflichtige Erkrankung einmal ausgebrochen, gibt es keine medizinische Behandlung mehr, sie führt immer zum qualvollen Tod. Für Menschen ist die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt eine sofortige Impfung, die sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP).

Fledermaustollwut in Deutschland (09.11.2013)

Townsend-Langohr (Corynorhinus townsendii)Nicht ausgerottet ist in Deutschland die Fledermaus-Tollwut. Eine Impfung wirkt auch gegen diese Seuche, von denen jährlich wenige Fälle angezeigt werden. Fledermäuse sind nachtaktiv, völlig harmlos und äußerst menschenscheu, darum ist es sehr unwahrscheinlich, von einer tollwütigen Fledermaus gebissen zu werden. Im Herbst zeigen einige Arten allerdings ein sogenanntes Invasions-Verhalten, das dem Erkunden möglicher Winterquartiere dient. Besonders die streichholzschachtelgroße Zwergfledermaus zieht es in Gebäude. Dort verkriechen sich die Tiere hinter Bildern, Vorhängen oder in Bodenvasen. Verlassen die ungebetenen Gäste die Wohnung nicht gleich wieder (meist in der Nacht, wenn das Fenster geöffnet und das Licht ausgeschaltet wird), hilft ein Anruf bei der kommunalen Naturschutzbehörde, beim Naturschutzbund oder im Veterinäramt. Dort existiert in der Regel eine Liste von Experten, die beraten oder die streng geschützten Tiere fachgerecht ins Freie befördern. (Foto: Wikipedia)

Auf keinen Fall darf eine Fledermaus aber mit bloßen Händen angefasst werden. Wer einem verletzten oder flugunfähigen Tier helfen will, sollte es mit festen Leder-, Arbeits- oder Gartenhandschuhe aufnehmen oder vorsichtig in ein dickes (Hand)Tuch wickeln und dann in eine verschließbare Pappschachtel setzen. Es empfiehlt sich, den Deckel mit einem Gummiband oder Klebestreifen zu fixieren, damit die Fledermaus ihn nicht abheben kann. Sollte es trotzdem passieren, dass man von einer Fledermaus gebissen oder gekratzt wird, ist es wichtig, die Wunde umgehend mit Wasser und Seife zu reinigen und sofort einen Arzt aufzusuchen. Eine unbehandelte Ansteckung verläuft für den Menschen tödlich. Die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt ist darum eine sofortige Impfung.

Welttollwuttag - die tödliche Seuche ist noch nicht ausgerottet (24.09.13)


Rabid_dog.jpgSeit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei – zumindest was die klassische Tollwut anbelangt, für die der Fuchs in Europa der wichtigste Überträger ist. (Foto Wikipedia)

Anlässlich des Welttollwuttages am 28. September warnt die Bundestierärztekammer (BTK) aber dringend davor, Hunde aus Urlaubsländern wie der Türkei, Serbien, Nordafrika oder Thailand mitzubringen, denn dort ist die anzeigenpflichtige Tierseuche noch immer verbreitet. Erst im August wurde im Landkreis Bamberg bei einem aus Marokko eingeführten jungen Hund die Tollwut festgestellt. Deshalb sollten sich Individual- oder Rucksackreisende in afrikanische, asiatische oder südamerikanische Länder vorbeugend gegen Tollwut impfen lassen.

Auch muss die vorbeugende Impfung von Hunden und Katzen bei Urlaubsreisen beachtet werden. Ob im Inland eine Impfung erforderlich ist, sollte mit dem Tierarzt besprochen werden. Die Seuche kann jederzeit wieder nach Deutschland eingeschleppt werden und im Verdachtsfall muss ein ungeimpftes Tier getötet werden.
Nicht ausgerottet ist in Deutschland die Fledermaus-Tollwut.  weiterlesen

Tollwutfall durch Hundewelpen aus Marokko im Landkreis Bamberg

Logo Landkreis Bamberg

Am 25. Juli wurde im Landkreis Bamberg bei einem Junghund Tollwut nachgewiesen. Der fünf Monate alte Hund stammte aus Marokko und war vierzehn Tage vor dem Erkrankungsausbruch eingeführt worden. Laut Impfpass erfolgte in Marokko die vorschriftsmäßige Tollwutimpfung, allerdings wurde die für die Einfuhr ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Tollwut-Antikörper-Titerbestimmung nicht durchgeführt und die danach erforderliche Wartezeit von mindestens drei Monaten im Ursprungsland ebenfalls nicht eingehalten. Wenige Tage nach der Einfuhr erkrankte der Junghund an fortschreitender Kieferlähmung, nahm keine Nahrung mehr auf und zeigte leicht aggressives Verhalten. Der behandelnde Tierarzt reagierte schnell und umsichtig und äußerte den Verdacht auf Tollwut. Der erkrankte Welpe wurde eingeschläfert und zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim gebracht. Der Tollwutverdacht wurde vom Labor am nächsten  Tag bestätigt. Es ist davon auszugehen, dass sich der Welpe bereits vor oder kurz nach der Impfung mit dem Virus infiziert hat. Ein belastbarer Impfschutz besteht aber frühestens drei Wochen nach erfolgter Impfung. Die Behörden suchen jetzt alle, die mit dem Hund direkten Kontakt gehabt haben.  

Es wird eindringlich davor gewarnt Tiere (v. a. Katzen und Hunde) unbedacht aus dem Ausland mit nach Hause zu nehmen. Auch wenn die Haltungsumstände vieler dieser Tiere katastrophal und Mitleid erregend sind, müssen die tierseuchenrechtlichen Bestimmungen streng eingehalten werden. Der akute Fall zeigt, wie wichtig und sinnvoll diese Vorschriften sind. Auskunfte über die Vorschriften gibt Ihnen das zuständige Veterinäramt, Infos erhalten Sie auch hier. Achten Sie bitte auch auf einen gültigen Tollwutschutz Ihrer eigenen Hunde und Katzen mit Freigang. Bei nicht bzw. unzureichend geimpften Tiere, die Kontakt mit einem tollwutkranken Tier hatten, kann die sofortige Tötung angeordnet werden.
Quelle: Pressestelle Landratsamt Bamberg und www.landkreis-bamberg.de

Trennstrich_schmal.jpgTollwut - Immer wieder aktuell

Ist Tollwut auch heute noch gefährlich? Leider ja, für die tödliche Viruskrankheit ist eine große Zahl von Tierarten, aber auch der Menschen empfänglich.

Wie wird die Tollwut übertragen?
Durch den Biss tollwutkranker Tiere dringt virushaltiger Speichel in die Bisswunde ein, aber auch über andere, kleinste Verletzungen sowie über die Mund- und Augenschleimhäute.

Welche Tiere können Tollwut übertragen?
Wildtiere wie Fuchs, Marder, auch Weidetiere können das Virus auf unsere Haustiere übertragen.Über Hund und Katze können dann Menschen angesteckt werden.

Und wie sehen die Krankheitserscheinungen aus?
Erst nach 20 bis 60 Tagen kann sich das Verhalten des Haustieres verändern: Unruhe, Speichelfluß, zunehmende Lähmung und Tod. Häufig gibt es aber auch Anzeichen einer sogenannten "stillen Wut": Teilnahmslosigkeit, trauriger Blick, fortschreitende Lähmungserscheinungen und Tod. Das Krankheitsbild ist häufig so unspezifisch, dass erst später der Verdacht einer Tollwut aufkommt.

Gibt es einen Schutz?
JA! Für nachweislich (Impfpass) schutzgeimpfte Hunde und Katzen besteht keine Tötungspflicht! In der Regel werden sie nur nachgeimpft und eine gewisse Zeit unter Beobachtung gestellt. Die Schutzimpfung ist gültig, wenn sie mindestens vier Wochen und je nach Impfstoffhersteller längstens ein Jahr bis vier Jahre zurückliegt.

Welches Haustier sollte eine Schutzimpfung haben?
Alle Tiere, die Kontakt zu anderen Tieren haben: Hunde, aber auch Katzen, die in den Garten gehen müssen zwei Mal im Abstand von 3 bis 4 Wochen grundimmunisiert werden.