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Wissenswertes rund um das Tier und dessen Haltung

Tollwut bleibt gefährlich

Neuer Tollwutfall in Frankreich - viele Kontaktpersonen (27.05.2015)

Rabid_dog.jpgWeg eines Tollwuthundes: Ungarn – Algerien – Frankreich. 16 Menschen, die mit dem Hund Kontakt hatten, wurden geimpft, sechs möglicherweise infizierte Kontaktpersonen werden noch gesucht. Der inzwischen tote Bullterrier kam ungeimpft über Ungarn nach Frankreich. Zwischenzeitlich waren die Besitzer auch in Algerien, ohne die Reiseregeln einzuhalten. Dort hat sich der Hund wahrscheinlich infiziert. (Bild Wikipedia) 

Artikel aus "Wir-sind-Tierarzt.de"

Bei der Aufarbeitung des Falles rekonstruierten die französischen Behörden, dass der sechs Monate alte Bullterrier zu jung (also < zwölf Wochen), ungeimpft und nicht gekennzeichnet im Dezember 2014 illegal aus Ungarn nach Frankreich importiert worden war.

Halter und Nachbar gebissen
Vom 21. April bis 7. Mai reisten die Besitzer dann nach Algerien, auch hier ohne die EU-Regeln für den Reiseverkehr mit Hunden einzuhalten. In Algerien lief ihnen der Hund davon, wurde aber wieder gefunden. In der Zeit muss er sich dann wahrscheinlich mit Tollwut infiziert haben (Virustyp Africa 1).
Der Hund starb am 17. Mai. Der Hundehalter und ein Nachbar sollen zuvor von dem kranken Bullterrier gebissen worden sein. Ebenso ein Nachbarshund.

Behörden suchen sechs möglicherweise infizierte Menschen
Nach der Rückkehr aus Afrika hat sich der Hund, so die Erkenntnis der Behörden, seit dem 7. Mai ununterbrochen in Le Chamberon Feugerolles (Loire/ Departement Rhone-Alpes) aufgehalten. Vor Ort wurden – berichtet die französische MetroNews (24.5.2015)  – 13 Erwachsene und drei Kinder gegen Tollwut geimpft; sechs weitere Menschen, die sicher Kontakt zu dem Tollwuthund hatten, werden noch gesucht.

Sicherheitszone und Quarantäne
Um eine Ausbreitung der Tollwut zu vermeiden, richteten die Behörden um den letzten Aufenthaltsort des Bullterrier eine Sicherheitszone ein, in der sie andere Hundebewegung verboten haben und auch streunende Katzen einzufangen versuchen.
Potentielle weitere Kontakt-Hunde, die womöglich nicht geimpft waren, werden getötet, soweit sie zu identifizieren sind. Geimpfte Kontakt-Hunde werden für sechs Monate unter klinische Beobachtung gestellt. Frankreich gilt seit 2001 als tollwutfrei. Die letzte Tollwutmeldung (Einzelfall) erfolgte laut OIE im April 2014. Frankreich meldet immer wieder einzelne Tollwutfälle durch illegale Hundeimporte aus oder Reisen nach Nordafrika (Marokko/Algerien). Dort ist die Tollwut endemisch.

Weltweit sterben jährlich noch 59.000 Menschen an Tollwut.

 

Wir sind tierarzt.de meint:
(Henrik Hofmann) – Dieses Beispiel aus Frankreich zeigt, warum es strenge Einreise- und Impfbestimmungen für Hunde gibt. Die sollten konsequent für alle, auch für Prominente gelten. Vor kurzem sympathisierten viele Tierfreunde aber noch mit Johnny Depps Hunden, die illlegal in Australien waren und fast eingeschläfert werden sollten. 

Quellen:
OIE-Meldung vom 21.5.2015
ProMed-Meldung Tollwutausbruch in Frankreich (22.5.2015)
MetroNews – Artikel vom 24.5.2015

Die Tollwut ist noch nicht getilgt!
Zum Welttollwuttag weist die Bundestierärztekammer auf ein Impfprojekt in Kenia hin


Rabies_and_hydrophobia_George_Fleming_1872.jpg Alljährlich am 28. September wird weltweit der Tollwuttag begangen. Auch die Bundestierärztekammer möchte auf diese gefährliche Zoonose (von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragbare Krankheit) hinweisen, denn sie stellt in großen Teilen der Erde immer noch eine ernstzunehmende Gefahr dar.

„In Deutschland, das seit 2008 als tollwutfrei gilt, und in Mitteleuropa können wir uns glücklich schätzen. Dank konsequenter Impfaktionen und strengen Kontrollen des Impfstatus ist die durch das Rabiesvirus ausgelöste Krankheit hier getilgt. Zumindest, was die klassische Tollwut anbelangt, für die der Fuchs in Europa der wichtigste Überträger ist“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.
Trotzdem besteht stets die Gefahr einer Einschleppung der Tollwut durch infizierte Tiere, zum Beispiel aus Nordafrika, der Türkei oder dem Balkan. Seit 2001 kam das immerhin 18 Mal vor und erforderte seuchenrechtliche Maßnahmen. Mantel: „Darum ist es nach wie vor wichtig, Hunde und Freigänger-Katzen gegen die Tollwut impfen zu lassen. Der Tierarzt berät im Einzelfall zur Notwendigkeit einer Impfung. Im europäischen Reiseverkehr ist die Tollwut-Impfung vorgeschrieben“.

Wie prekär die Tollwutsituation vor allem in Afrika und Asien ist verdeutlichen die Zahlen: Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sterben jedes Jahr mehr als 78.000 Menschen an der Tollwut. Hunde sind die häufigste Infektionsquelle: 99 Prozent der weltweiten Todesfälle bei Menschen sind auf die Übertragung des Virus durch Bisse tollwütiger Haushunde zurückzuführen.

Aus diesem Grunde möchte die Bundestierärztekammer auf ein Projekt des Vereins „Tierärzte ohne Grenzen“ aufmerksam machen: In Kenia läuft seit 2006 die „Tollwutbekämpfung in der Massai Mara“, eine jährlich durchgeführte Impfung der Hüte- und Wachhunde bei den Massai. Bis 2014 wurden dort mehr als 40.000 Impfungen durchgeführt, der Impfschutz innerhalb der Hundepopulation liegt derzeit bei etwa 50 Prozent. Angestrebt sind 70 Prozent um die Tollwut im Massai Mara Ökosystem nachhaltig einzudämmen und so auch Wildtiere zu schützen. „Die vorbeugende Schutzimpfung der Hunde und die damit verbesserte Impfdichte ist für den weiteren Rückgang der Tollwut weltweit sehr wichtig“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer.

Weitere Infos:
http://www.togev.de/impfen-fuer-afrika/spendenprojekt

Aktuelle (nicht vollständige) Liste importierter Tollwuttiere (09.11.13)

SriLanka.jpgIn vielen Urlaubsländern wie der Türkei, Bulgarien, Serbien, Nordafrika, Marokko  oder Thailand ist die anzeigenpflichtige und immer tödliche Tierseuche aber noch immer verbreitet, daher wird dringend davor gewarnt z.B. aus diesen Ländern Hunde und Katzen als Urlaubsmitbringsel mitzubringen. Über weitere Tollwutfälle können Sie hier nachlesen.

Tollwut in Urlaubsländern – eine unterschätzte Gefahr (09.11.13)

Rabid_dog.jpgRegelmäßige Impfungen von Haustieren, kontinuierliche Beobachtung und Kontrolle des Nutz- und Wildtierbestandes sowie Impfköderaktionen für Füchse haben dazu beigetragen, dass Deutschland nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) seit 2008 tollwutfrei ist, zumindest was die klassische Tollwut anbelangt, für die der Fuchs in Europa der wichtigste Überträger ist. Dennoch ist die gefährliche Zoonose – eine von Tieren auf den Menschen übertragbare tödliche Infektionskrankheit – nach wie vor präsent. (Foto Darkone/Wikipedia)

Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich vor allem in Afrika und Asien bis zu 55.000 Menschen an der Tollwut. Und auch in Urlaubsländern wie z.B. nder Türkei, Bulgarien, Serbien, Nordafrika, Marokko oder Thailand ist die Tollwut immer noch ein Risiko, denn sie wird dort vor allem durch die vielen streunende Hunde übertragen. Daher wird dringend empfohlen im Urlaub keine fremde oder streunende Hunde und Katzen zu streicheln. Das gilt besonders für Tiere, die sehr zutraulich sind, auch wenn sie auf den ersten Blick gesund aussehen. Bereits bei einer Hautabschürfung kann das Virus übertragen werden, darum sollten besonders Kinder davon abgehalten werden hilflose oder niedlich aussehende Welpen anzufassen. Aus diesen Urlaubsländern sollten erst recht keine Hunde und Katzen mitgebracht werden, erst im August 2013 wurde im Landkreis Bamberg bei einem aus Marokko eingeführten jungen Hund die Tollwut festgestellt.

Darüber hinaus rät die Bundestierärztekammer (BTK) Individual- oder Rucksackreisenden in afrikanische Länder, Asien oder Südamerika sicherheitshalber zu einer Tollwutschutzimpfung. Auch Personen, die dort aus beruflichen Gründen mit Tieren Umgang haben, sollten sich vorab impfen lassen.

Die Bundestierärztekammer erinnert außerdem daran, Hunde und Katzen regelmäßig gegen Tollwut impfen zu lassen. Im europäischen Reiseverkehr ist diese Impfung bei Hund, Katze und Frettchen Vorschrift und wird über den EU-Heimtierausweis dokumentiert. (Link zu den Reisebestimmungen) Dank neuer Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt gibt es heute Tollwutimpfstoffe, die bis zu drei Jahren Schutz bieten. Auch im Inland ist ein Impfschutz wichtig, weil das Virus jederzeit wieder nach Europa eingeschleppt werden kann und im Falle eines Ansteckungsverdachts muss ein ungeimpftes Tier getötet werden. Ist die anzeigepflichtige Erkrankung einmal ausgebrochen, gibt es keine medizinische Behandlung mehr, sie führt immer zum qualvollen Tod. Für Menschen ist die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt eine sofortige Impfung, die sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP).

Fledermaustollwut in Deutschland (09.11.2013)

Townsend-Langohr (Corynorhinus townsendii)Nicht ausgerottet ist in Deutschland die Fledermaus-Tollwut. Eine Impfung wirkt auch gegen diese Seuche, von denen jährlich wenige Fälle angezeigt werden. Fledermäuse sind nachtaktiv, völlig harmlos und äußerst menschenscheu, darum ist es sehr unwahrscheinlich, von einer tollwütigen Fledermaus gebissen zu werden. Im Herbst zeigen einige Arten allerdings ein sogenanntes Invasions-Verhalten, das dem Erkunden möglicher Winterquartiere dient. Besonders die streichholzschachtelgroße Zwergfledermaus zieht es in Gebäude. Dort verkriechen sich die Tiere hinter Bildern, Vorhängen oder in Bodenvasen. Verlassen die ungebetenen Gäste die Wohnung nicht gleich wieder (meist in der Nacht, wenn das Fenster geöffnet und das Licht ausgeschaltet wird), hilft ein Anruf bei der kommunalen Naturschutzbehörde, beim Naturschutzbund oder im Veterinäramt. Dort existiert in der Regel eine Liste von Experten, die beraten oder die streng geschützten Tiere fachgerecht ins Freie befördern. (Foto: Wikipedia)

Auf keinen Fall darf eine Fledermaus aber mit bloßen Händen angefasst werden. Wer einem verletzten oder flugunfähigen Tier helfen will, sollte es mit festen Leder-, Arbeits- oder Gartenhandschuhe aufnehmen oder vorsichtig in ein dickes (Hand)Tuch wickeln und dann in eine verschließbare Pappschachtel setzen. Es empfiehlt sich, den Deckel mit einem Gummiband oder Klebestreifen zu fixieren, damit die Fledermaus ihn nicht abheben kann. Sollte es trotzdem passieren, dass man von einer Fledermaus gebissen oder gekratzt wird, ist es wichtig, die Wunde umgehend mit Wasser und Seife zu reinigen und sofort einen Arzt aufzusuchen. Eine unbehandelte Ansteckung verläuft für den Menschen tödlich. Die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt ist darum eine sofortige Impfung.

Welttollwuttag - die tödliche Seuche ist noch nicht ausgerottet (24.09.13)


Rabid_dog.jpgSeit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei – zumindest was die klassische Tollwut anbelangt, für die der Fuchs in Europa der wichtigste Überträger ist. (Foto Wikipedia)

Anlässlich des Welttollwuttages am 28. September warnt die Bundestierärztekammer (BTK) aber dringend davor, Hunde aus Urlaubsländern wie der Türkei, Serbien, Nordafrika oder Thailand mitzubringen, denn dort ist die anzeigenpflichtige Tierseuche noch immer verbreitet. Erst im August wurde im Landkreis Bamberg bei einem aus Marokko eingeführten jungen Hund die Tollwut festgestellt. Deshalb sollten sich Individual- oder Rucksackreisende in afrikanische, asiatische oder südamerikanische Länder vorbeugend gegen Tollwut impfen lassen.

Auch muss die vorbeugende Impfung von Hunden und Katzen bei Urlaubsreisen beachtet werden. Ob im Inland eine Impfung erforderlich ist, sollte mit dem Tierarzt besprochen werden. Die Seuche kann jederzeit wieder nach Deutschland eingeschleppt werden und im Verdachtsfall muss ein ungeimpftes Tier getötet werden.
Nicht ausgerottet ist in Deutschland die Fledermaus-Tollwut.  weiterlesen

Tollwutfall durch Hundewelpen aus Marokko im Landkreis Bamberg

Logo Landkreis Bamberg

Am 25. Juli wurde im Landkreis Bamberg bei einem Junghund Tollwut nachgewiesen. Der fünf Monate alte Hund stammte aus Marokko und war vierzehn Tage vor dem Erkrankungsausbruch eingeführt worden. Laut Impfpass erfolgte in Marokko die vorschriftsmäßige Tollwutimpfung, allerdings wurde die für die Einfuhr ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Tollwut-Antikörper-Titerbestimmung nicht durchgeführt und die danach erforderliche Wartezeit von mindestens drei Monaten im Ursprungsland ebenfalls nicht eingehalten. Wenige Tage nach der Einfuhr erkrankte der Junghund an fortschreitender Kieferlähmung, nahm keine Nahrung mehr auf und zeigte leicht aggressives Verhalten. Der behandelnde Tierarzt reagierte schnell und umsichtig und äußerte den Verdacht auf Tollwut. Der erkrankte Welpe wurde eingeschläfert und zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim gebracht. Der Tollwutverdacht wurde vom Labor am nächsten  Tag bestätigt. Es ist davon auszugehen, dass sich der Welpe bereits vor oder kurz nach der Impfung mit dem Virus infiziert hat. Ein belastbarer Impfschutz besteht aber frühestens drei Wochen nach erfolgter Impfung. Die Behörden suchen jetzt alle, die mit dem Hund direkten Kontakt gehabt haben.  

Es wird eindringlich davor gewarnt Tiere (v. a. Katzen und Hunde) unbedacht aus dem Ausland mit nach Hause zu nehmen. Auch wenn die Haltungsumstände vieler dieser Tiere katastrophal und Mitleid erregend sind, müssen die tierseuchenrechtlichen Bestimmungen streng eingehalten werden. Der akute Fall zeigt, wie wichtig und sinnvoll diese Vorschriften sind. Auskunfte über die Vorschriften gibt Ihnen das zuständige Veterinäramt, Infos erhalten Sie auch hier. Achten Sie bitte auch auf einen gültigen Tollwutschutz Ihrer eigenen Hunde und Katzen mit Freigang. Bei nicht bzw. unzureichend geimpften Tiere, die Kontakt mit einem tollwutkranken Tier hatten, kann die sofortige Tötung angeordnet werden.
Quelle: Pressestelle Landratsamt Bamberg und www.landkreis-bamberg.de

Importhund mit Tollwut in den Niederlanden (23.02.2012)

In den Niederlanden wurde am 15. Februar ein Welpe aufgrund eines Tollwutverdachts euthanasiert, der sich dann auch bestätigte. Der Hund war vier Tage zuvor aus Marokko importiert worden. Er war gechippt und hatte ein Dokument, das seinen einwandfreien Gesundheitszustand bescheinigte. Er zeigte bereits am zweiten Tag in den Niederlanden eine gesteigerte Aggressivität.
Es wurden 50 Personen identifiziert, die Kontakt zu dem Tier hatten. Ein Hund und zwei Katzen mussten geimpft und für sechs Monate unter Quarantäne gestellt werden.
Deutschland gilt nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) seit September 2008 als tollwutfrei. Bestehende Fälle von Fledermaustollwut werden hier nicht berücksichtigt. Auch bereits vor dem Import infizierte Tiere - 2008 betraf es einen Hund aus Kroatien und 2010 einen aus Bosnien - haben keinen Einfluss auf diesen Status. Diese Fälle zeigen, dass auch in Deutschland jederzeit wieder Tollwuterkrankungen über importierte Tiere auftreten können. Daher ist es unerlässlich, dass die Tollwutimpfung von Hund und Katze auch künftig konsequent und flächendeckend durchgeführt wird und die Tiere weiterhin einen gültigen Impfschutz besitzen.

Info Bayerische Landestierärztekammer

Tollwut in Urlaubsländern – eine unterschätzte Gefahr (25.09.2012)

SriLanka.jpgDie gute Nachricht zuerst: Regelmäßige Impfungen von Haustieren, kontinuierliche Beobachtung und Kontrolle des Nutz- und Wildtierbestandes sowie Impfköderaktionen für Füchse haben dazu beigetragen, dass Deutschland seit 2008 tollwutfrei ist. Dennoch ist die gefährliche Zoonose – eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit – nach wie vor präsent: Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich vor allem in Afrika und Asien bis zu 55.000 Menschen an der Tollwut. Und auch in Urlaubsländern wie der Türkei, Serbien, Marokko oder Thailand ist die Tollwut immer noch ein Risiko, denn sie wird dort vor allem durch die vielen streunende Hunde übertragen.

Trennstrich_schmal.jpgTollwut - Immer wieder aktuell

Ist Tollwut auch heute noch gefährlich? Leider ja, für die tödliche Viruskrankheit ist eine große Zahl von Tierarten, aber auch der Menschen empfänglich.

Wie wird die Tollwut übertragen?
Durch den Biss tollwutkranker Tiere dringt virushaltiger Speichel in die Bisswunde ein, aber auch über andere, kleinste Verletzungen sowie über die Mund- und Augenschleimhäute.

Welche Tiere können Tollwut übertragen?
Wildtiere wie Fuchs, Marder, auch Weidetiere können das Virus auf unsere Haustiere übertragen.Über Hund und Katze können dann Menschen angesteckt werden.

Und wie sehen die Krankheitserscheinungen aus?
Erst nach 20 bis 60 Tagen kann sich das Verhalten des Haustieres verändern: Unruhe, Speichelfluß, zunehmende Lähmung und Tod. Häufig gibt es aber auch Anzeichen einer sogenannten "stillen Wut": Teilnahmslosigkeit, trauriger Blick, fortschreitende Lähmungserscheinungen und Tod. Das Krankheitsbild ist häufig so unspezifisch, dass erst später der Verdacht einer Tollwut aufkommt.

Gibt es einen Schutz?
JA! Für nachweislich (Impfpass) schutzgeimpfte Hunde und Katzen besteht keine Tötungspflicht! In der Regel werden sie nur nachgeimpft und eine gewisse Zeit unter Beobachtung gestellt. Die Schutzimpfung ist gültig, wenn sie mindestens vier Wochen und je nach Impfstoffhersteller längstens ein Jahr bis vier Jahre zurückliegt.

Welches Haustier sollte eine Schutzimpfung haben?
Alle Tiere, die Kontakt zu anderen Tieren haben: Hunde, aber auch Katzen, die in den Garten gehen müssen zwei Mal im Abstand von 3 bis 4 Wochen grundimmunisiert werden.