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Staupe tötet. Impfung schützt!

Staupe tötet. Impfung schützt!  (10.01.2013)

In vielen Städten verbreitet sich zur Zeit die Staupe bei Hunden, Erregerreservoir dieser hochansteckenden Viruserkrankung ist die Fuchspopulation. Füchse leben inzwischen auch in Stadtrandgebieten, teilweise kommen sie bis in die Zentren der Städte.

Bei vielen Hundehaltern wurde in den letzten Jahren die regelmäßige Auffrischungsimpfung gegen Staupe vernachlässigt, da sie fälschlicherweise annahmen, dass diese gefährliche Krankheit heutzutage nicht mehr relevant sei. Das ist eine Täuschung, wie manche Hundehalter aus leidvoller Erfahrung, besonders bei Welpen und alten Hunden jetzt erleben mussten. Die Behandlung einer Staupeinfektion ist kaum möglich. Tiere, die die Erkrankung überlebt haben, behalten häufig lebenslange Schäden wie zum Beispiel das sogenannte Staupegebiss, ein Zahnschmelzdefekt, zurück.  Dabei ist die Impfung gegen die Staupe, die wohl bekannteste Infektionskrankheit des Hundes, gut wirksam und sollte für jeden verantwortungsvollen Hundehalter eigentlich Standard sein. Nur ein lückenloser Impfschutz garantiert die Gesundheit des Tieres.

Die Infektion erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Hund oder mit einem kranken oder verendeten Wildtier wie Fuchs oder Marder, die die Krankheit ständig verbreiten.

Das Krankheitsbild der Staupe ist vielgestaltig und führt häufig zum Tod. Erste Anzeichen sind hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit des Hundes. Es können dann im weiteren Verlauf bestimmte Organe oder Organsysteme besonders betroffen sein, so dass man von der von der Lungenstaupe, Darmstaupe oder Nervenstaupe sprechen kann. Je nach Organ zeigt das erkrankte Tier Husten, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe oder Hautveränderungen.

Die Grundimmunisierung sollte bei Welpen im Alter von acht Wochen erfolgen, vier Wochen später dann die zweite und mit 16 Wochen die dritte Impfung sowie eine Wiederauffrischung im 15. Lebensmonat. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin Wiederholungsimpfungen ab dem zweiten Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus, sofern die Grundimmunisierung vollständig vorgenommen wurde. Über das genaue Staupe-Impfschema berät der Tierarzt. Besondere Vorsicht ist bei Jagdhunden und Zuchthündinnen geboten und dort, wo der Infektionsdruck wie z.B. momentan in Berlin durch die Fuchsstaupe besonders hoch ist. (BTK)